Innere Unruhe ohne Grund: warum dein Körper nicht runterkommt, obwohl alles okay ist.

 
Innere Unruhe durch Breathwork endgegenwirken

Du hast einen guten Job. Eine Beziehung die funktioniert, oder zumindest keine die dich kaputt macht.

Genug Geld auf dem Konto. Eine Wohnung die schön ist. Vielleicht Kinder die gesund sind. Auf dem Papier stimmt einfach alles.

Und trotzdem liegst du abends im Bett und dein Körper macht Dinge die du einfach nur loswerden willst. Diese Enge im Brustkorb, der Kiefer der morgens schon weh tut, weil du ihn die ganze Nacht zusammengepresst hast, dieses Gefühl ständig irgendwas tun zu müssen, auch wenn gerade gar nichts zu tun ist. Du sitzt auf dem Sofa und kommst trotzdem nicht an.

Und das Verrückte ist: du findest keinen Grund dafür.

Das ist der Teil der dich wahnsinnig macht. Wenn dein Leben gerade beschissen wäre, könntest du sagen "na klar bin ich unruhig, schau dir an was los ist". Aber es ist ja nichts los. Und genau deshalb fängst du an dir selbst die Schuld zu geben. Du denkst du bist undankbar. Du denkst mit dir stimmt was nicht. Andere haben echte Probleme und du sitzt hier und kriegst dein eigenes Nervenkostüm nicht in den Griff, obwohl alles da ist was du dir mal so sehr gewünscht hast.

Also versuchst du es in den Griff zu kriegen. Mehr Sport. Früher ins Bett. Die Meditations-App die jetzt schon zum dritten Mal abgelaufen ist, ohne dass du sie wirklich genutzt hast. Das Journaling das du nach vier Tagen wieder hast schleifen lassen. Vielleicht warst du sogar in Therapie und hast genau verstanden woher das alles kommt. Du kannst es erklären und hast es komplett durchdacht. Nur um dann abends mit der selben Unruhe und all deinen Symptomen wieder im Bett zu liegen

Ich sag dir woran das liegt.

Diese Unruhe sitzt nicht in deinem Kopf. Sie sitzt in deinem Nervensystem. Und das ist ein ziemlich großer Unterschied.

Dein Körper passt auf, auch wenn du ihn gar nicht drum gebeten hast

In dir läuft ein automatisches System das die ganze Zeit im Hintergrund arbeitet, ohne dass du was davon so wirklich mitbekommst und es hat nur eine einzige Aufgabe!


Es checkt pausenlos ob du gerade sicher bist oder ob irgendwo Gefahr droht.

Und das macht es schneller als dein Denken. Bevor du überhaupt einen Gedanken fassen kannst, hat dein Körper längst entschieden: Alarm oder kein Alarm.

Wenn Gefahr da ist, schaltet er hoch. Herz schneller, Muskeln fest, alle Sinne wach. Das ist der Modus für Kampf oder Flucht und genau der hat unsere Vorfahren am Leben gehalten als Säbelzahntiger noch ein Ding waren. Wenn die Gefahr jedoch vorbei ist soll der Körper eigentlich wieder runterfahren. Rein in den Zustand wo du wirklich zu Ruhe kommst, dich erholst und verdaust.

Bei vielen Frauen die zu mir kommen fährt der Körper bzw. ihr Nervensystem aber nicht mehr runter. Er bleibt dauerhaft oben im Überlebensmodus. Und dann sitzt du in der schönsten Wohnung mit dem liebsten Menschen neben dir, und dein Körper meldet trotzdem leise im Hintergrund: pass auf, irgendwas könnte gleich kommen.

Warum macht er das?
Weil er es irgendwann mal genau so gelernt hat. Vielleicht war da mal eine lange Zeit in der du wirklich funktionieren musstest. In der du für andere stark sein musstest. In der kein Platz war für deine eigenen Gefühle und du irgendwann verstanden hast: ich muss einfach immer bereit sein. Und wenn dieses Bereitsein lange genug zur Normalität wird, dann kennt dein Körper es gar nicht mehr anders. Er hat schlicht vergessen wie sich Sicherheit überhaupt anfühlt.

Und heute weiß er nicht, dass es wirklich vorbei ist. Er denkt immer noch du steckst mitten drin. Egal wie viele Jahre oder Jahrzehnte es her ist. Denn alles was du damals nicht Gefühlt hast, alles was du nicht rausgelassen hast, steckt noch in deinem Nervensystem quasi fest. Es ist wie ein offener Zyklus der läuft und läuft und läuft.

Und genau hier scheitert dein Verstand

Du kannst dir hundertmal selbst sagen "es ist alles gut, ich bin in Sicherheit", “beim nächsten mal reagiere ich anders”.. Dein Körper hört nicht auf deine Worte. Dieses alte und weise System versteht keine Sprache und keine Argumente.
Es versteht nur Erfahrung. Es muss am eigenen Leib spüren dass es sicher ist, sonst glaubt es dir kein einziges Wort.

Deshalb hilft Verstehen oft nur bis zu einem gewissen Punkt. Du kannst die klügste Analyse deiner ganzen Kindheit im Kopf haben und trotzdem Nachts wachliegen und an die Decke starren. Das eine passiert in deinem Denken. Das andere sitzt viel tiefer, an einer Stelle an die dein Kopf einfach nicht rankommt.

Ich denke du kannst den Teufelskreis langsam selbst riechen. Du denkst nach, um aus der Unruhe rauszukommen. Aber das Nachdenken hält genau den Teil wach der unruhig ist.

Und hier kommt der Atem rein

Das Verrückte an unserem Atem ist, dass du über ihn wirklich direkten Zugriff auf dein Nervensystem bekommst. Fast alles in deinem Körper läuft komplett ohne dich. Dein Herzschlag, deine Verdauung, dein Blutdruck, da hast du keinen Knopf den du drücken könntest. Aber dein Atem ist die einzige Funktion die ohne dich abläuft und die du trotzdem steuern und beeinflussen kannst. Und über den kommst du an genau die Stelle ran an die du sonst nie rankommst. Dein Unterbewusstsein. Dort wo alles was du erlebt und erfahren hast gespeichert ist.

Beim FBR Breathwork mit dem ich arbeite nutzen wir genau das. FBR steht für Facilitated Breath Repatterning, und das ist kein wildes Hyperventilieren bis du an die Decke gehst. Ganz im Gegenteil. Wir atmen sanft und verbunden, gerade so weit dass dein Körper anfängt sich zu öffnen, aber nie weiter als das was er in dem Moment wirklich tragen kann. Ich lese während der Session deinen Atem und schaue genau hin was dein Nervensystem braucht. Niemand wird hier irgendwo hingeschoben wo er nicht hin will oder kann.

In diesem Zustand passiert etwas das du mit reinem Wollen nie hinbekommst. Dein wachsames System darf für einen Moment loslassen und fährt durch die veränderte Atmung während der Session runter. Die Kontrolle die du sonst die ganze Zeit hältst darf endlich los. Und was dann hochkommt ist oft genau das was die ganze Zeit unter deiner Unruhe lag. Manchmal sind das Tränen die seit Jahren keinen Platz gefunden haben. Manchmal ein Zittern das durch den Körper geht. Manchmal eine Tiefe von Ruhe die du schon gar nicht mehr kanntest.

Und das ist der eigentliche Punkt. Dein Körper macht zum ersten Mal seit langer Zeit die Erfahrung: ich darf loslassen und es passiert nichts Schlimmes. Das ist es was deinem Körper am meisten fehlt. Er hat alles mit dir durchdacht und durchgesprochen aber gespürt hat er es lange nicht mehr. Dieses körperliche Erleben, dass loslassen okay ist, das ist das was ihn wirklich verändert. Und je öfter er es macht und erlebt, desto mehr lernt er wieder, dass er nicht ständig auf Hab-acht stehen muss.

Wir dürfen genau hier auch lernen, dass es nicht darum geht, für immer entspannt und ruhig zu sein. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube in der Onlinewelt. Es geht darum dass dein Nervensystem wieder pendeln lernt. Anspannung wenn sie gebraucht wird und Ruhe wenn nicht los ist. Sprich, wieder angemessen aufs Leben reagieren. Nach stressigen Momenten wieder zurückkehren in die Ruhe. Die Wut ausdrücken können wenn du sie fühlst und sie nicht herunterzuschlucken. Zu Weinen wenn du traurig bist und es nicht in die letzte Ecke deines Körpers zu verfrachten. Und auch wieder wahrhaftige und tiefe Freude zu empfinden. Diese Beweglichkeit zwischen den beiden, das ist es was so viele irgendwann verloren haben.

Wenn du das hier liest und denkst "Girl, das bin ich".

Dann hat dein Körper über Jahre gelernt aufzupassen. Und er passt immer noch auf, auch jetzt gerade, wo längst alles sicher scheint. Er tut es weil ihm nie jemand gezeigt hat dass er auch wieder aufhören darf.

Vielleicht ist jetzt die Zeit ihm das zu zeigen.

Wenn dich das gerade berührt, dann schreib mir. Ich begleite dich, wenn du bereit bist.

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Warum dein Nervensystem nie zur Ruhe kommt (und was wirklich hilft)